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Heilandskirche
Bis 1943 Kriegs-und Nachkriegszeit Der Umbau
Reformationskirche
Die Chronik der Reformationskirche wird zur Zeit aktualisiert und überarbeitet!

Kurzer Kirchenführer der Heilandskirche von 1894 bis 2006:

Bis 1943 | Kriegs-und Nachkriegszeit | Der Umbau

Bis in die 80er und 90er Jahre des 19. Jahrhunderts dehnten sich Felder zwischen Turm-und Birkenstraße bis zur Waldstrasse aus. Von der Stromstraße bis zur Elberfelder Straße zwischen Alt-Moabit und der Spree erstreckte sich der Borsigpark mit seiner Villa (heute Essener Str.-Ost!) und dem Fabrikgelände.

Dann aber wandelte sich der ländliche Bezirk rapide: In der 2. Hälfte des 19. Jhds. erfolgten besonders nach dem Sieg über Frankreich 1870/71 und der Reichsgründung  gewaltige Industrialisierungsschübe. Riesige Fabrikanlagen entstanden in Moabit: Erst die Borsigwerke zwischen Spree und Alt-Moabit, und dann die AEG Fabriken und andere Metallwerke  um die Huttenstraße. Um 1900 war Moabit zum Zentrum der großen Industrie des Deutschen Reiches angewachsen. Wegen des rasanten Zuzugs arbeitssuchender Massen aus dem Osten Deutschlands zählte die Johannesgemeinde 1890 an die 100.000 Seelen. Auf Erlass des Kaisers wurde dort, wo die Strasse Alt Moabit und die Turmstrasse sich am nächsten kommen, ein Stück vom kleinen Tiergarten abgezweigt und 1894 die Heilandskirche als 2. Predigtstätte errichtet.

Erst 2 Jahre später wurde die Heilandgemeinde gegründet, ihr Gebiet erstreckte sich von da an westlich, das der Johannesgemeinde östlich der Stromstraße.
Die Heilandskirche erhielt die neben Georgenkirche ( 110m, nahe Alexanderplatz -  nach dem Krieg abgerissen!) und Berliner Dom dritthöchste Kirchturmsspitze mit ihren  91.5 m  hohen, schlanken  Kirchturm. Sie hat eine architektonische Besonderheit: Auf äußerst kleiner Grundfläche erhebt sich ein  schlanker Turm zu schwindelnder Höhe. Solche extremen Maße- Verhältnisse finden sich nur selten in der Architektur.

1893 stiftete die benachbarte Fa. Bolle die 3 Glocken, die bis heute erhalten sind:
Inschrift je ein Vers aus dem Anfang des 100sten Psalmes:
GROßE GLOCKE: Jauchzt dem Herrn alle Welt    Ton: h   2.250 kg
MITTLERE GLOCKE: Dienet dem Herrn mit Freuden    Ton: dis   1.230kg
KLEINE GLOCKE: Kommet vor sein Angesicht mit Frohlocken    Ton: fis   900 kg

Das Kirchenschiff entstand auf kreuzförmigem Grundriss im neugotischen Stil. Breite Seitenemporen sorgten für 1.300 Sitzplätze. Breite bemalte Fenster über den Emporen ließen Licht nur gedämpft herein. Im Altarfenster war der Heiland dargestellt, der einem kranken Kind die Hände auflegte. Über dem mittlern Hauptgewölbe erhob sich ein schlanker hoher Dachreiter.

Das Gemeindehaus wurde 1906 nach sozialdemokratischem Bürgerprotest gegen eine großflächige  Zerstörung des mittleren „Kleinen Tiergartens“ nicht neben die Kirche, sondern 300 m westlich an den Rand des Ottoparkes gesetzt. In der Ottostr. 16 wohnten von Beginn an 3 Pfarrer, 3 - 4 Gemeindeschwestern, es waren eine „Kleinkinderschule“, die Küsterei, Verein für Misssion, Blaukreuzverein, Näh-und Parochialverein untergebracht Die neue Teilgemeinde zählte rasch wieder über 50.000 Seelen. Daher betrieb der GKR gleich zu Anfang des 20. Jhds. den Neubau der Reformationskirche. 1907 wurde im Nordwesten die Reformationsgemeinde abgetrennt und  gegründet. Nach Abtrennung auch des Südwestens vom ursprünglichen Heilandsgebiet entstand im Jahre 1911 die 3. Gemeinde: Erlöser am Wikingerufer. ... weiter

Die Geschichte der Heilandsgemeinde zwischen 1892 und 1945 wurde im Auftrag der Gemeinde von der Historikerin Ulrike Schilling zusammengetragen. Der folgende Link führt zur digitalisierten Version ihres Buches "Mehr als je thut die thätige Liebe noth".